(holz)haeusle bauen…
17 11 2010Mini Bude
Liebe luet, es isch wiederemal ziit fuer es update. Immernoch bin ich festgenagelt in Calera. Um mir die Zeit ein wenig zu vertreiben 😉 habe ich zu arbeiten angefangen. Ich habe wirklich nichts unversucht gelassen um eine Stelle als Zimmermann zu finden. Mit echt gut gemachtem Curriculum usw (Curriculum fuer auf den Bau? Unvorstellbar…), bin Architekten, Saegereien, Hausbaufirmen abgefahren….keine Chance.
Beim Moebelbauen in einer Lokalsaegerei habe ich meine jetzigen Partner kennengelernt. Mit Lokalsaegerei meine ich, dass die zwei Jungs Saeger auf Baeume in der Stadt spezialisiert haben. Also nicht Baeume die in Waeldern gewachsen oder speziell gepflanzt worden sind. Wir reden von Baeumen in Gaerten, neben Haeusern oder Alleen. Das bedeutet, viele verschiedene Holzarten, teils recht verkrueppelter Wuchs (durch nachschneiden, modifizieren….) und Normallaengen von 2-3m (geil fuer es Dach vo 4 uf 8m…) => Zusammengefasst: Impro- Holz
Da das ganze sehr viel Arbeit aber wenig Luetter abwirft, moechten Luis und Ricardo auch Haeuser (vor allem Wochenendhaeuser) anbieten. Da sie aber weder ausgebildet sind in Planung (hier generell ein Fremdwort), Konstruktion, Abbund usw haben, moechten wir das ganze Zusammen angehen. Das Projekt hat seine Vor und Nachteile.
Geil ist vor allem, dass ich, dadurch das ich mit einem Saegewerk arbeite, direkt das Holz bestellen kann (und nicht noch extra draufzahle; das heisst, das Material ist sehr guenstig und da kann ich extra Holz verbuttern fuer irgendwelche Fantasien; wie weiter unten noch deutlich wird 😉 )
Da ich leider schmerzlich erfahren musste, das ohne Vitamin B absolut gar nichts laueft (was wohl der Grund ist, das ich keine Stelle bekommen habe), muss ein Vorzeigehaus her.
Projekt angegangen, Plaene gebastelt und gib ihm. Schon mehr als zwei Monaten sind wir dran. Jeden Balken, jede Latte habe ich als Stamm gesehen (darum auch der Verzug). Alles gesaegt, gehobelt usw.
Ricardo und Luis sind supertypen. Manchmal muss ich mich jedoch durchsetzen, vor allem wenn es um rationelles Arbeiten geht.
In der Saegerei sind keine Boecke vorhanden, gewerkelt wird auf dem Boden oder irgendwo auf einem verkrueppelten Tisch oder auf zwei Staemmen (extra kippelig und nicht nivelliert auf etwa 30cm hoehe; schnitte mit der Fraese sind ja sonst nicht genug gefaehrlich…).
Also nehme ich mir einen Tag zeit, um Boecke herzustellen. Im Anschluss hobeln wir dann Eukalyptus- Bretter fuer den Boden. Wahrscheinlich sind es rund 400 Bretter, die mit abrichten, fuegen (rechtwinklige Kanten herstellen) und mehrmaliges Dicken- hobeln etwa 4 oder 5mal in die Haende genommen werden pro Brett. Also etwa 2000 Handgriffe. Natuerlich bauen wir die Stapel auf den Boecken auf. Ich frage Ricardo: “habt ihr nie so viel gehobelt fuer einen Boden oder so? “ – “ Doch” – “Ja und wo habt ihr jeweils die Bretter zwischen den Arbeitsschritten hingelegt?” – “Auf den Boden”…..Doch mol, ich buck mich ja gern 2000mal im Tag. De Firabig muss mer sich ja schliesslich verdiene. Noch schlimmer wirds bei Balken. Die legen alles auf den Boden (da waer ich in der CH getoetet worden) und heben jedes mal die schweren Baelken….
Auch bei anderen Sachen, vor allem was Wartung und Pflege der Werkzeug angeht, muss ich manchmal den Buenzli raushaengen (ihr wuessed ja wie guet mir die Rolle zuestaht).
Bevor eine Maschine nicht ganz im Arsch ist, wird schon mal gar nichts gemacht. Statt etwas repariert usw wird ziemlich rumfurwerkelt. Da koennte ich echt Seiten auflisten mit kaputten Griffen, Maschinen- Kabel die statt in die Erde verlegt, schnell schnell hingebauert werden und nachher kaputt gehen, sodass dann der Strom abgestellt werden muss und das ganze repariert werden muss. Teilwis halt scho es rechts gvoegel, aber ich moechte doch noch zum wesentlichen des Artikels gelangen.
Auf dem Dings, dass sich Fundament schreit (schon bestehend), nivelliere ich alte Baelken aus. Um den Boden aus Eukalyptus zu verlegen. sieht mit Politur echt geil aus. Roetlich schimmernd und materiell sehr teuer; mache denn no es Foti.
Mit dem Abbund (vorgaengiges Bearbeiten der Einzelnen Konstruktionsteilen) schlage ich mich sehr lange rum. Zum Glueck kann ich mich auf die Plaene (fuer welche ich mir echt Zeit genommen habe) verlassen. Da ich mit Hightech- Instrumenten #hust# namens Fuchsschwanz, Hammer und Stemmeisen arbeite (guet, e Fraese hani au no) zieht sich das ganze hin. Logischerweise sind alle Konstruktionsteile nach schweizerischer Tradition verbunden. Also Zapfen, Schraege und Gerade Ueberblattungen und Schwalbenschwaenze muessen in muehseliger Handarbeit ausgearbeitet werden. Nach dem 150. Zapfen vergeht einem dann doch die romantische Vorstellung von Handarbeit mit Hammer und Stemmeisen 😉
Die ganzen Waende muessen schnellstmoeglich verbaut werden denn man hoert noch den Nachhall der Voegel (im Klartext: das Holz ist pflaetschnass). Somit verziehen sich die eh schon schiefausgehobelten Pfosten usw noch mehr.
Unglaublich aber wahr: Die zwei typischen Begleiter beim Aufrichten bleiben aus. Die waeren.
- Es pisst au wenns scho sit jeher noed gseicht haet,
- 2. Irgenden mist haesch falsch abbunde und sganze Puzzle laht sich noed zaemesetze.
Jo. Und jetzt bin ich dann auch mit dem Darch durch. Die 4 Kehlspaerren passen auch, der Rest ist Peanuts.
Um uns endgueltig denn Anstrich von Innovation und Einzigartigkeit zu geben, plane ich noch einen geschnitzten Bugpfosten mit ein. (Einschub: das Problem ist, dass wir ziemlich viel Konkurrenz haben in Cordoba. Diese spezialisieren (wemer das denn so naenne doerf) auf Bau von Wochenendhaueser. D.h. beispielsweise Blockbau…..und die Fugen der uebereinanderliegenden Staemme, die achtlos hingebauert werden, werden mit Polyuretanschaum gefuellt, SICHTBAR!!!)
Der Bugpfosten ueberragt das ganze restliche Dach (daher auch der Name; keine Ahnung obs da noch ein Fachbegriff giebt; leider sind diese Dinge bei uns, aus Kapitalgruenden Verschwunden)

Somit schnipple ich eine gute Weile an einem Pfosten aus resistentem Holz rum. Faehrt schon noch in die Unterarme ein, auch wenn die kleinen Stechbeitel geschaerft sind…Bilder sagen mehr als worte…also:
So, ich mach mich wiederemal vom Acher
. Versueche eu chli ufem laufende z’halte.
Ghetto
ps: ha leider kei ziit me zum schoen gstalte usw. isch alles wieder recht shitty. gruess vode technik
cool xehts us, ghettobrotha 😉 nei im ernst, hetsch also gradsoguet im musische profil chöne sii – bisch en richtige künstler 🙂
Also viel spass no bim wörkä und hoffentli rolled glii mal d’rubel oder so!
Grüessli Sibylle